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Afghanen   Ergebnisse

2002

Richter Statment zur Ausstellung am 08.06.2002

in Zschepplin von Beatrix Märki 

 

 

CAC-Zuchtschau Zschepplin – 8. Juni 2002-06-18

 

Der schlechte Gesundheitszustand einer meiner Hunde erlaubt es mir erst heute, einige Gedanken zur obenerwähnten Ausstellung zu Papier zu bringen.

 

Der Wettergott war Organisatoren und Ausstellern leider nicht gut gesinnt und es regnete den ganzen Tag. Trotz diesen widrigen Umständen waren, mit Ausnahme einer Hündin, alle gemeldeten Afghanen anwesend.

 

In der Jugendklasse Rüden konkurrierten zwei schöne Junghunde mit vorzüglicher Anatomie und Bewegung. Bedingt durch den Alotersunterschied von 5 Monaten, gewann der Ältere der beiden V 1.

 

Die Qualität der 9 Rüden in der offenen Klasse war gesamthaft gesehen hochstehend, sodass ich alle mit vorzüglich bewerten konnte. Der Grossteil zeigte sich trotz den schwierigen Ringverhältnissen gut, Gangwerk und Auftreten konnten bei den Bewertungen berücksichtigt werden.

V1 und V2 sind qualitätsvolle Hunde und weisen viele Vorzüge auf, wobei Ausdruck, Anatomie, Substanz, Bewegungsablauf und Verhalten ausschlaggebend waren. V3 und V4 haben auch vorzügliche Eigenschaften, konnten jedoch aus bestimmten Gründen nicht ganz vorne mithalten.

 

Die zwei in der Gebrauchshundeklasse gezeigten Rüden sind würdige Vertreter ihrer Rasse und schöne Leistungshunde, beide wurden mit vorzüglich bewertet.

 

In der Siegerklasse präsentierte sich ein 9 Jahre alter Rüde, welcher sich in hervorragender Kondition und Konstitution befindet. Der Bewegungsablauf dieses „Veteranen“ ist noch immer sehr ausgewogen und der Rücken ganz straff, somit konnte er als Bester Rüde den Ring verlassen.

 

Eine sehr hübsche 11 Monate alte Junghündin stand alleine in der Jugendklasse und erzielte mühelos V1. Altersgemäss musste sie den Jugendbesten dem 16 Monate alten Jungrüden überlassen.

 

8 Hündinnen von ebenfalls vorzüglicher Qualität standen in der Offenen Klasse, wobei auch hier V3 und V4 in einigen Teilen nicht ganz die Vorzüge der voranstehenden Hündinnen aufweisen.

 

Die einzige Siegerklassehündin ist vor allem im Bewegungsablauf überragend, sodass sie das BOB zugesprochen bekam.

 

Im Anschluss an eine Ausstellung kriegt man immer einiges zu hören, so auch hier. Am erstaunlichsten sind diejenigen Personen, welche hunderte von Kilometern vom Ort des Geschehens im Trockenen sitzen und von dort Kennerkommentare zum Besten geben. Derartige hellseherische Fähigkeiten vermögen kaum zu überzeugen. Jeder von uns sollte sich bemühen, beim Betrachten seines Hundes Herz und Verstand zu trennen, um ehrlich und möglichst objektiv Vorzüge und Nachteile des eigenen Hundes einzuschätzen.

 

 

Nachstehend in loser Reihenfolge einige Fehler, welche dazu führten, dass der eine oder andere Afghane vorne nicht mitmischen konnte oder nicht plaziert wurde:

 

Kopflastigkeit, d.h. Kopf in der Bewegung nicht stolz getragen – das einzige Attribut, welches vom Standard zwei Mal gefordert wird!! – runde Augen, welche den orientalischen Ausdruck vermissen lassen, mässige Winkelungen, Fehlen mehrerer Zähne, zu schmaler Schädel, zu schwache Kiefer, wenig Substanz und Rippenwölbung, Über-/Untergewicht, unkoordinierter Bewegungsablauf, welcher teilweise auch durch die widrigen Bodenverhältnisse beeinflusst wurde.

 

Wenn ich als Richterin tätig bin, dann ist das Abwägen von Qualitäten und Fehlern nach dem Standard das Richtmass meiner Entscheidungen und nicht die Besitzer, die Zwingerzugehörigkeit oder das persönliche Kennen oder Nichtkennen. Wenn ein Aussteller auf den Richter böse ist, weil dieser auch Mängel an seinem Hund entdeckt und aufgezeigt hat, dann vergisst er dabei, dass nicht der Richter für das Erscheinungsbild des Hundes verantwortlich gemacht werden kann, weil er diesen ja nicht gezüchtet hat.

 

Unser gemeinsames Hobby nennt sich Zuchtschau und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Meine Verantwortung hat in erster Linie der Rasse zu gelten und nicht dem Menschen, darum:

 

 Let us take the dogs seriously, not ourselves!

 

 

Abschliessend möchte ich mich ganz herzlich bei den Ausstellern bedanken, welche geduldig diese misslichen Wetter- und Ringverhältnisse auf sich genommen haben und mir gesamthaft schöne Hunde gezeigt haben. Mein Dank gilt aber auch den Organisatoren, welche mich so freundlich betreut haben, sodass die Wetterverhältnisse meine Stimmung keinerlei trüben konnte.

 

Mit meinen besten Wünschen, bleiben Sie und Ihre Hunde gesund!

 

 

Beatrix Märki

 

 

17. Juni 2002