Richter Kommentar von Frau Daniela Ahrend ( Österreich )

 

Wir bedanken uns bei Frau Ahrend für diesen Bericht

Afghanen auf der VDH-Europasieger-Zuchtschau Dortmund   04.Mai 2001

 

 

Gleich zu Beginn möchte ich auf das Gangwerk der einzelnen Hunde zu sprechen

kommen. Die Bewegung und Haltung (und damit auch die Silhouette) waren

diesen Freitag am allerwichtigsten für meine Entscheidungen. Ich weiß, dass

viele Richter einen 'langsamen' Bewegungsablauf bevorzugen und für viele

Afghanen mag das durchaus das richtige Tempo sein. Ich sehe aber immer

wieder, dass manche hier einfach kein Interesse zeigen, sie laufen

sicklehocked, hängen im Rücken, treten kürzer. Wird die Geschwindigkeit

erhöht, bekommen sie plötzlich Interesse bzw. müssen sich einfach ein bißchen

anstrengen, es kommt Spannung in den Hund, die Beine beginnen sich zu

strecken - ein ganz anderes Bild. Ich weiß, dass man des Guten zu viel tun

kann, der Hund läuft dann einfach nur mehr übereilt. Jeder, der mit einem

Hund den Ring betritt, sollte ein Gefühl dafür haben, bei welchem Tempo

dieser sich am besten zeigt. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei

all jenen bedanken, die gegen ihre innere Überzeugung förmlich durch den Ring

geflogen sind und wirklich das Beste aus ihren Hunden geholt haben.

Für eine schöne Bewegung habe ich manchen Fehler außer Acht gelassen, wie für

meinen Geschmack zu kräftige oder zu schmale Köpfe, evtl. P1-Fehler,

geringere Brusttiefen, etwas helle Augen etc.

Einige Hunde jenseits der Jugendklassen waren noch lose, ganz wenige

schleiften mit der Hinterhand über den Boden - etwas, das ich gar nicht mag.

Die Hunde, die mich mit ihrem Gangwerk wirklich begeistert haben, möchte ich

namentlich nennen:

Rüden JK Bhelos Khan Rasath el Mahar (V1), Bixente-Biju Rasath el Mahar

(V2), Dschabalpur von Katwiga (V3). Rüden ChK Said el Jafistan (V1), Rüden GK

Yaboon von Katwiga (V1), Rüden OK Now Beam Me Up Scotty of Meadow Valley (V4)

und - mit kleinen Abstrichen - Hashirin's Beau Reve (V2).

Hündinnen JK Banshee Rasath el Mahar (V1), Dschaina von Katwiga (V2),

Hündinnen ChK Vamallah von Katwiga (V1) und Xeta von Katwiga (V2). Hündinnen

GK Angel of My Heart Worth To Wait (V1), Hündinnen OK, wieder mit kleinen

Abstrichen, Xana del Ghyryo (V1) und Nefertiti du Menuel Galopin (V2). Mein

Gewinner der Rüden OK, Jules du Menuel Galopin, bestach vor allem durch

Anatomie, Substanz, Harmonie und immense Ausstrahlung. Er lief nicht ganz so

atemberaubend wie die vorher genannten Hunde, bewegte sich aber durchaus

korrekt und rassetypisch. Ein paar Hunde, die ich vor der ESZ wunderschön

laufen sah, kamen entweder mit dem Boden oder auch der Halle nicht zurecht,

sie zeigten sich nicht wie sonst üblich.

Fast alle der mir vorgestellten Hunde waren vollzahnig, einige hatten etwas

helle, zwei etwas runde Augen. An Kopfformen und -typen war alles vertreten.

Lang und schmal, kurz und kräfig, lang und kräftig usw. Ich selbst bevorzuge

einen etwas längeren Kopf mit kräftigen Kiefern, der Oberkopf sollte im

Verhältnis dazu nicht allzu breit werden. Ein Zentimeter mehr in der Breite

stört mich dabei nicht, solange der Kopf TROCKEN bleibt und die Augen gut

eingesetzt sind. Der typische Ausdruck ist sehr wichtig.

Erwähnen muss ich die Kruppen. Meist schön abfallend und von guter Länge, was

eigentlich bedeutet, dass die Rute tief angesetzt ist. Ich sah, egal aus

welchen Linien, Rutenansätze, die etwas höher gerutscht sind und sich

bedenklich den Hüfthöckern nähern. Ich bitte die Züchter, darauf zu achten.

Fronten waren durchwegs in Ordnung bis vorzüglich, ein paar Hunde hatten

nicht allzu viel Brusttiefe und/oder waren etwas schmal. Hinterhände waren

meist lang und gut gewinkelt. Ich glaube, es hat sich herumgesprochen, dass

ich darauf auch großen Wert lege.

Fast alle Afghanen waren freundlich und selbstsicher. Die wenigen Ausnahmen

fand ich in den Erwachsenenklassen, wobei ich im Ring nicht beurteilen kann,

ob es sich um eine Charakterschwäche oder mangelnde Sozialisierung handelt.

Mein Best of Breed, Said el Jafistan, gab seinen Anspruch auf den Sieg keine

Sekunde lang ab. Vorzüglich gebaut, mit edlem Kopf, zeigte er in jeder Phase

der Bewertung stolz sein herrliches Gangwerk. Meine Gratulation gilt seinem

Züchter und Besitzer, Herrn Jan Jacob.