| Hüftgelenksdsyplasie
(HD): |
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| Hüftgelenksdysplasie
(HD) gilt pauschal als Geißel aller großen Hunderassen. Windhunde
im Allgemeinen machen insofern eine Ausnahme, dass sie erstaunlich gering
davon betroffen sind. Gründe hierfür können sein: - Windhunde sind extreme Leistungssportler. Seit Jahrtausenden hängt ihr Fortbestehen von ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit ab: Wer nicht schnell, stark und gesund genug war, um für seinen Herrn Wild zu jagen und zu erlegen, erreichte kein zuchtfähiges Alter: Eine jahrtausendelange Auslese auf anatomische Höchstleistung, stärker als bei allen sogenannten "Gebrauchshunderassen". - Als die "westliche Welt" um die Jahrhundertwende 1900 (meistens erst später) die Windhunde entdeckte und sie in ihr Rassehundezuchtprogramm aufnahm, spielte bei ihnen die Fitnessauslese auch weiterhin über die Windhunderennbahn eine mehr oder weniger große Rolle. Außerdem finden bei einigen Rassen bis heute Importe (aus Jagdleistungslinien) aus dem Ursprungsland statt. - Windhunde sind zwar (bis auf Windspiel und Whippet) "große" Hunde, aber keine schweren. Der Hochleistungskörper besteht nur aus Knochen und Muskeln, kein unnützes Kilo zuviel, das die Renngeschwindigkeit und damit ihre Jagdleistung herabsetzen würde. Für das Skelett bedeutet dies eine geringere Beanspruchung (Verschleiss) als bei den schwereren Hunderassen. Windhunde sind "Sprinter" oder "Marathonläufer", keine "Bodybuilder" oder gar unsportlich... Zu den Afghanen liegen mir keine Zahlen aus Röntgenuntersuchungen vor. In Deutschland wird zur Zeit nur eine Windhunderasse geröntgt, und zwar die größte und schwerste und damit die HD am meisten begünstigende: der Irish Wolfhound. Aber selbst bei ihm stellt die HD kein Problem dar: Die Untersuchungsergebnisse von 1994 – 2002 haben ergeben, daß die Befundrate unter 5% liegt.
Wie die Befunde bei dem Irish Wolfhound zeigen, ist selbst diese Rasse kaum von HD betroffen: HD-frei und HD-Verdacht: rund 95 %, HD leicht bis schwer: rund 5 %, wobei noch zusätzlich zu berücksichtigen wäre, dass Überforderung und eine falsche Ernährung HD erheblich begünstigen. In den USA lassen einige ihre Afghanen auf freiwilliger Basis röntgen. Die OFA wertet die Ergebnisse aus, hier eine kleine Tabelle: http://www.offa.org/hdstat2.html Auch hier liegt der Anteil (von 1974 bis 2001) mit dysplastischen Befund bei etwa 5 %. Von 131 registrierten Hunderassen liegt der Afghane auf dem 24. Platz (Anteil dysplastischer Hunde - noch weniger HD-behaftete Hunde gibt es u.a. bei fünf weiteren Windhunderassen) und sogar auf dem 8.-besten Platz, wenn man nach dem Anteil von HD-freien Hunden rangiert, nur geschlagen von den Windhund-Kollegen Saluki, Greyhound, Podenco Ibicenco und Barsoi sowie dem Sibirian Husky, dem Belgischen Schäferhund Groenendale und dem Tibet Terrier. Hier die zwölf besten Rassen (wenn man nach der HD-Freiheit rangiert):
6 Windhunde, 3 elegante Schäferhunde, ein Schlittenhund und zwei elegante mittelgroße Rassen. Die einzige schlechter abschneidende Windhunderasse, zu der der OFA Röntgenergebnisse vorliegen, ist der Pharao Hound (276 Hunde, davon "nur" 15,6 % HD-frei, 2,2 % dysplastisch, also 6. Platz bei einer Rangfolge nach dem Anteil dysplastischer Hunde und drittbester Windhund). In Deutschland und weltweit dürften sich die Zahlen (bei den Windhunden) ähnlich verhalten. Nationale Unterschiede in der HD-Bewertung: Wie unterschiedlich die Auswertung der Röntgenbilder in den verschiedenen Ländern ist, zeigen die folgenden beiden Beispiele am Irish Wolfhound und dem Belgischen Schäferhund (Deutschland).
Anders als nach dem amerikanischen System sind 81,1 % statt nur 25,9 % HD-frei (das Dreifache) und nur 2,8 % statt 5,9 % dysplastisch. Von 1990-2000 wurden 1759 Belgische Schäferhunde im Deutschen Klub für Belgische Schäferhunde gezüchtet, von denen 1137 (64,6 %) geröntgt worden sind. Anders als nach dem amerikanischen System sind 62,7 % statt nur 31,7 % HD-frei (das Doppelte) und nur 2,5 % statt 2,9 % dysplastisch. Demnach werden in den USA härtere Kriterien an eine gesunde Hüfte angelegt und insgesamt strenger gewertet als hierzulande - denn an der Hundepopulation wird es sicherlich nicht liegen. Demnach ist zu erwarten, dass das Problem HD in den USA wesentlich ernster gesehen wird als hierzulande, aber dennoch für die Gruppe der Windhunde keine zuchthygienische Rolle spielt. Hinzu kommt, dass in der ehemaligen DDR geröntgt worden ist und dort die Windhunde als HD-frei galten. Laut Hörensagen soll es nur eine Afghanen-Hündin mit leichtem HD-Befund gegeben haben, weswegen die Röntgenpflicht für Windhunde in der DDR in den 1980ern abgeschafft worden ist. |
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